Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Gäste,

 

ich freue mich sehr, dass Maneo – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin - zur Konferenz „Violence-Prevention and Gay-Straight-Alliance“ einlädt und möchte Sie im Namen der Polizei Berlin herzlich willkommen heißen. Berlin ist eine bunte, vielschichtige, bewegte und spannende Metropole. Viele unterschiedliche Menschen mit ihren jeweiligen kulturellen und religiösen Hintergründen, verschiedene Biografien und diverse Lebensweisen und Lebensentwürfe treffen hier aufeinander und bilden Synergien. Diesem grundsätzlich friedlichen Miteinander und dem Respekt vor dem oder der anderen stehen jedoch auch ablehnende Haltungen gegenüber. Im polizeilichen Alltag haben wir es immer wieder mit offenen Anfeindungen gegen LSBTI, die sich auch in Straftaten manifestieren, zu tun. Dem Bereich Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung / geschlechtliche Identität haben wir als Polizei in den vergangenen Jahren eine große Aufmerksamkeit gewidmet. Wir haben uns bemüht, die Professionalität im polizeilichen Umgang mit diesem Phänomen weiter voranzubringen. Wir wissen, dass LSBTI unter Umständen Vorbehalte haben, sich nach entsprechenden Gewalterfahrungen mit einer Strafanzeige an die Polizei zu wenden. Auch aus diesem Grund haben wir seit über 25 Jahren die Stelle eines Ansprechpartners bzw. einer Ansprechpartnerin für LSBTI, um die Brücke zur Community tragfähig und stabil zu halten. Im Laufe der Jahre haben wir erkannt, dass die Verbindung mit Akteurinnen und Akteuren der Community, aber auch mit der Zivilgesellschaft und anderen Behörden unabdingbar sind. Seminare für Polizeibedienstete zum Themenfeld Polizei und LSBTI mit Schwerpunkt Hasskriminalität sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der Aus- und Fortbildung. Denn professionelles Arbeiten setzt Wissen um Hintergründe und Gegebenheiten voraus. Wir möchten unsere Kolleginnen und Kollegen in die Lage versetzen, mit allen in Frage kommenden Themenfeldern souverän umgehen zu können.

 

Demokratie muss sich gesamtgesellschaftlich am Umgang mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, mit bestehender Vielfalt messen lassen. Opfer von Straftaten brauchen staatlichen Schutz. Strafrechtliche Sanktionen können hierbei hilfreich sein. Sie senden einerseits ein Signal an die Täter, dass ihr Verhalten nicht toleriert wird und drücken andererseits Solidarität mit den Opfern aus. Diese Solidarität ist weit über polizeiliche Belange hinaus bedeutungsvoll: Gesellschaftliche Solidarität stärkt Betroffene und macht deutlich, dass sie nicht allein sind und sich unserer Unterstützung gewiss sein können. Das Bilden sogenannter Gay-Straight-Alliances ist fundamental, wenn wir ein gelingendes friedliches und freies Miteinander leben wollen. Wie wir diese Brücken schlagen, uns zusammentun, wird eines der Themen der Konferenz sein. Die Frage nach Methoden und bereits funktionierenden Modellen im Sinne von best practice wird die Möglichkeit eröffnen, voneinander zu lernen, sich auszutauschen. Auch Menschen, die im Bereich des Opferschutzes und der Gewaltprävention tätig sind, benötigen Unterstützung, Ausbildung und Weiterbildung, um in der Lage zu sein, professionell zu agieren. Eine solche Konferenz bietet eine ganz besondere Gelegenheit, sich zu vernetzen und von der Expertise der anderen zu profitieren. Maneo ist seit über zwei Jahrzehnten ein verlässlicher Partner mit hoher fachlicher Kompetenz. Das unermüdliche Engagement hat uns auch als Behörde über all die Jahre hinweg gefordert und uns eine stete Weiterentwicklung ermöglicht. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.

Ich wünsche allen Teilnehmenden einen interessanten Austausch, gewinnbringende und inspirierende Erfahrungen und viel Erfolg für Ihre weitere Arbeit.

Herzlichst,


Ladies and gentlemen,

Dear guests,

 

I am delighted that MANEO – The Gay Anti-violence Project in Berlin is organising this Violence Prevention and Gay-Straight Alliance conference and would like to extend a warm welcome to you on behalf of Berlin Police. Berlin is a colourful, eclectic, lively and exciting metropolis. Many different people with their respective cultural and religious backgrounds, various biographies and diverse lifestyles and life plans meet here and create synergies. This essentially peaceful togetherness and respect for one other is contrasted by negative attitudes, however. In our everyday police work, we regularly deal with open hostility against LGBTI people, and it is also evident in crimes. In recent years, we have paid a great deal of attention to the area of hate crime against sexual orientation / gender identity. We have endeavoured to make further progress in the professional way we deal with this phenomenon. We know that LSBTI people may have reservations about coming to the police to report experiences of violence. This is one of the reasons why ­– for more than 25 years – we have had a liaison officer for LGBTI people in order to maintain a solid and stable bridge to the community. Over the years, we have recognised that the link with actors in the community, but also with civil society and other authorities, is indispensable. Seminars for police officers on the topic of police and LSBTI people and focusing on hate crime have been a fixed element in our training and further training courses for many years. Working professionally requires knowledge of backgrounds and circumstances and we would like to put our colleagues in a position to be able to deal confidently with all possible topics.

 

Democracy must be measured from a society-wide standpoint in the way in which different, diverse sections of the population are treated. Crime victims need to be protected by the State. Criminal sanctions can be helpful in this respect. On the one hand, they send a signal to the perpetrators that their behaviour will not be tolerated, and on the other hand they show solidarity with victims. This solidarity is important way beyond police matters: social solidarity empowers victims and shows them that they are not alone and can be sure of support. The creation of gay-straight alliances is essential if we want to achieve successful, peaceful and free cohabitation with each other. How we build these bridges, how we come together, is one of the themes of this conference. The issue of methods and models that already work, in the sense of best practice, will create an opportunity to learn from each other and exchange ideas and experience. Even people who work in the field of victim support and violence prevention need assistance, training and further training in order to operate professionally. This type of conference offers a very special opportunity to form networks and profit from other people’s expertise. MANEO has been a reliable partner offering a high level of specialist expertise for more than two decades now. Its tireless engagement has challenged us as an authority over many years and has enabled us to develop continuously. I would like to take the opportunity at this point to say thank you for this.

I wish all participants an interesting exchange of information and ideas, valuable and inspirational experiences, and lots of success in your further work.

Best wishes,