Paul Franey

Paul Franey ist Inspektor beim irischen nationalen Polizeidienst. Er gründete das Angestellten-Netzwerk Garda LGBT und ist gegenwärtig als „Ausbildungsbotschafter“ der europäischen LGBT-Polizeivereinigung tätig. Er führt regelmäßige Schulungen mit dem Schwerpunkt LGBT bei Polizeibeamten in Irland durch. Er hat Beamte aus ganz Europa im Auftrag des Europarates geschult. Paul war vor kurzem Mitverfasser eines umfangreichen Schulungsprogramms im Bereich LGBTI und Hassverbrechen, das im Auftrag des Europarates entwickelt wurde. Paul hat einen Abschluss in Soziologie und Politikwissenschaft, einen Master in öffentlicher Verwaltung und er besitzt eine Qualifikation als Berater für Lebens- und Berufsfragen.

Paul Franey is an Inspector in the Irish national police service. He founded the Garda LGBT employee network and is currently the Training Ambassador of the European LGBT Police Association. He delivers regular LGBT focussed training to police officers in Ireland. He has trained officers from across Europe on behalf of the Council of Europe. Paul has recently co-authored a comprehensive LGBTI Hate-Crime training package for police officers on behalf of the Council of Europe. Paul has a Degree in Sociology and Politics, a Masters Degree in Public Management and is a qualified life coach and career coach.

1.     Thema (Panel 1) Die Beziehung zwischen polizeilichen LGBT*-Kontaktbeamten und Projekten gegen Gewalt gegen LGBT* 

 

Einige Konzepte zur Diskussion:

LGBT-Kontaktbeamte spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau und der Beibehaltung positiver Arbeitsbeziehungen zwischen LGBT-NGO, der LGBT-Gemeinschaft im Allgemeinen und dem Polizeidienst.

 

Aufgrund des bei vielen Polizeidienststellen festgestellten Machismus ist es schwierig, die LGBT-Themen auf die Tagesordnung zu setzen. Das kann dazu führen, dass die Polizei die Ermittlung von Verbrechen im Zusammenhang mit LGBT aufgrund ihrer eigenen Vorurteile vermeidet. Dies führt oft zu einer negativen Reaktion seitens homophober/tranphober Beamter gegenüber LGBT-Opfern von Verbrechen. Die Gemeinde hält sich in ihrem Engagement zurück und die Polizei tut weiterhin so, als gäbe es kein Problem.

 

Selbst in den fortschrittlichsten Ländern, in denen es hervorragende Schulungen und Vorschriften für die Polizei in punkto LGBT gibt, sind die Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft oft nach wie vor zögerlich, wenn es darum geht, ein Verbrechen zu melden. Auch wenn die Polizei fortschrittliche Ansichten hat, fürchten die LGBT oft immer noch eine negative Reaktion der Polizei.

 

Der LGBT-Kontaktbeamte ist der Ausgangspunkt für den Polizeidienst, um die für ein wirksames gemeinsames Engagement von Polizei und Gemeinschaft notwendige Beziehung aufzubauen.

 

Die wirksame Anzeige, Identifizierung, Aufnahme und Ermittlung von LGBT-Hassverbrechen sind Herausforderungen, vor denen fast jeder Polizeidienst weltweit steht. Um für diese einzelnen Herausforderungen Lösungen zu finden, müssen gerade in Polizeidiensten, die LGBT nicht anerkennen, geschweige denn LGBT-Hassverbrechen, Personen mit einem persönlichen Interesse und Charakterstärke Maßnahmen ergreifen, die der polizeilichen Kultur entgegenwirken.

 

Diese Beamten benötigen aus verschiedenen Gründen die Unterstützung der LGBT-NGO. Die beiden wichtigsten Gründe sind:

a)     LGBT-NGO bieten Zugang zur Gemeinschaft auf eine Art und Weise, auf die die Gemeinschaft vertrauen kann. Sie sind im Wesentlichen eine Sicherheitsschranke für gefährdete Opfer, wenn sie sich an die Polizeidienststellen wenden.

b)     Die LGBT-NGO können Lobbyarbeit leisten, um sicherzustellen, dass die Polizeidienststellen etwas gegen LGBT-Hassverbrechen unternehmen. Dies kann je nach politischem Kontext eine schwierige Aufgabe sein, aber ohne ein Drängen der Gemeinschaft auf Unterstützung wird sich die Polizei kaum rühren. Für den speziell abgestellten LGBT-Kontaktbeamten wird es schwierig sein, seinen Dienst zu erfüllen, ohne dass die Gemeinschaft diesen Dienst einfordert.

 

Was getan werden kann, variiert stark je nach den Bedingungen vor Ort. In einigen Gebieten sind die Polizeidienststellen direkt an der Unterdrückung von LGBT beteiligt, während sie in anderen hervorragende und zielgerechte, empathische Unterstützung für die Opfer leisten. Der Übergang von der einen zur anderen Situation muss strategisch überlegt sein und die Kapazitäten der LGBT-NGO sowie die Fähigkeit der Polizeidienststellen zur Änderung des eigenen Verhaltens berücksichtigen.

 

Schulung mit Unterstützung durch nachvollziehbare und sichere Berichtsstrukturen und damit verbundene Beweisaufnahme- und Ermittlungsverfahren können dazu beitragen, die Ansätze der Polizeidienststellen zu professionalisieren und die Unterstützung der Gemeinde auszubauen. Solche Entwicklungen sind wirksamer, wenn sie von NGO unterstützt und mit ihnen zusammen entwickelt werden.

 

Die Struktur ist dabei der entscheidende Faktor, um eine wirksame Dienstleistung zu gewährleisten. Oft hängt die LGBT-Kontaktperson von der Arbeit leidenschaftlich engagierter und mutiger einzelner Polizeibeamter ab, die sich allein darum bemühen, die Brücken zur Gemeinschaft aufzubauen. Wenn sie ihren Posten aufgeben, geht die gute Beziehung oft schnell wieder kaputt. Wenn es keine zweckdienliche Struktur gibt, wird die Unterstützung nur ab und zu erfolgen und immer davon abhängen, welche Polizeibeamten gerade die entsprechenden Stellen bekleiden.

1.     Theme (Panel 1) The relationship between police LGBT* liaison officers and LGBT* anti-violence projects 

 

Some concepts to discuss:

LGBT Liaison Officers play a key role in building and maintaining positive working relationships between LGBT NGO’s, the LGBT community in general and the police service.

 

The machismo found in many police organisations makes it challenging to address LGBT issues thus the police may avoid investigating LGBT related crimes due to their own prejudice. This often results a negative response from homophobic/transphobic officers to LGBT victims of crime. The community withdraws from engagement and the police continue pretending there is no problem.

 

Even in the most progressive countries with excellent LGBT police training and policies, LGBT people remain hesitant to come forward and report crime. Even where the police are progressive, LGBT people are often still afraid of a negative police response.

 

The LGBT Liaison Officer is the starting point for the police service to build the relationships required for effective police-community engagement.

 

The effective reporting, identification, recording and investigation of LGBT Hate Crimes are challenges faced by almost every police service worldwide. Finding solutions to each, particularly in police services which do not recognise LGBT people, never mind LGBT Hate Crime, requires individuals with a personal interest and strength of character to take action which is contrary to police culture.

 

These officers require the support from LGBT NGO’s for a number of reasons. The two main reasons being:

a)     LGBT NGO’s provide access to the community in a way that the community can trust. They are essentially a safety barrier for vulnerable victims in accessing police services.

b)     The LGBT NGO can utilise lobbying techniques to ensure that police services do something about LGBT Hate Crime. This can be challenging depending on the political context but without a community push for support, the police are unlikely to act. The dedicated LGBT Liaison Officer will have a hard time selling her service without a community demanding that service.

 

What can be done varies significantly by country. Police services are engaged in outright oppression of LGBT people in some areas and provide excellent targeted empathetic victim support in others. The journey from one to the other must be strategic and recognise the capacity of LGBT NGOs and the capacity of the police services to change.

 

Training, supported by visible safe reporting structures and associated recording and investigative policies and procedures can help professionalise police services approaches, enhancing community support. These developments will be more effective if they are supported by and developed in tandem with NGOs.

 

Structure is the key here to maintaining effective service provision. Often the LGBT liaison will depend on the work of passionate and brave individual police officers who work alone to build community bridges. When they move on the relationships often die. If there is not a supportive structure in place, support will be intermittent and develop and die in cycles in line with police reallocation.