John O'Doherty

John O’Doherty ist Direktor des Regenbogenprojekts, einer nordirischen Organisation, die sich für die Unterstützung und Belange von Lesben, Homosexuellen, Bisexuellen und Transsexuellen einsetzt. John hat eine Reihe von Forschungsarbeiten über Hassverbrechen und die allgemeinen Bedürfnisse von LGBT in Nordirland verfasst und den nordirischen Interessenverband der LGBT zur Unterstützung von Opfern homophobischer und transphobischer Hassverbrechen aufgebaut. In den letzten fünf Jahren leitete John die Kampagne für die gleichberechtigte bürgerliche Ehe in Nordirland.

John O’Doherty is the Director of The Rainbow Project Northern Irelands leading lesbian, gay, bisexual and transgender support and advocacy organisation. John has written a number of research reports into hate crime and the wider needs of LGBT people in Northern Ireland and developed the Northern Ireland LGBT advocacy service supporting victims of homophobic and transphobic hate crimes. John has been leading the campaign for Equal Civil Marriage in Northern Ireland for the last 5 years.

Die Beziehung zwischen Polizei, LGBT-Kontaktbeamten und Projekten gegen Gewalt gegen LGBT

Hassverbrechen haben verheerende Auswirkungen auf die Opfer und jene, die Angst haben, Opfer von Verbrechen zu werden. Bei im Rahmen des Regenbogenprojekts (The Rainbow Project) 2009 durchgeführten Studien wurde festgestellt, dass 1/5 der LGBT in den zurückliegenden Jahren Opfer von Verbrechen gewesen war und 64 % der homophoben Hassverbrechen nicht bei der Polizei gemeldet wurden. Zu den Gründen für die fehlenden Anzeigen homophober Hassverbrechen zählten die Angst, dass die Polizei nicht dagegen tun würde oder könnte.

 

Zwei der größten Probleme, die die LGBT belasten, sind Isolierung und Unsichtbarkeit. LGBT stammen ja historisch nicht von Familien, wo jemand anderes unsere sexuelle Orientierung oder Gender-Identität teilt. Bei einem schwulen Mann ist es zum Beispiel sehr wahrscheinlich, dass er von heterosexuellen Eltern mit heterosexuellen Geschwistern großgezogen wurde. Die LGBT müssen sich selbst in ihrer sexuellen Orientierung und Gender-Identität identifizieren, und wenn sie Teil dieser Gemeinschaft sein wollen, dann müssen sie aktiv aus eigenem Antrieb auf diese Gemeinschaft zugehen.

 

Im Zuge der stärkeren Sichtbarkeit der LGBT-Gemeinschaften in der Öffentlichkeit ist die Isolation unter LGBT zurückgegangen. Seit der Entkriminalisierung sind LGBT in der Lage, sich offen zu organisieren und in der Öffentlichkeit ohne Strafe durch das Gesetz oder den Staat aufzutreten. Seitdem eine Diskriminierung bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz untersagt ist, können LGBT am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft allgemein öffentlich präsent sein. Durch die Einführung von Gesetzen gegen Hassverbrechen können LGBT sich nun sicher fühlen und zu Hause und in der Öffentlichkeit stärker sichtbar sein.

 

Die Kriminalisierung schwuler und bisexueller Männer wirft einen langen Schatten in Nordirland. Obwohl die Gesetze, die dazu dienten, uns wegen unserer Beziehungen hinter Gitter zu bringen, vor mehr als 30 Jahren aufgehoben wurden, ist der damals zugefügte Schaden noch heute zu spüren. Er ist in einem unterschwelligen Misstrauen der LGBT-Gemeinschaft zu spüren. LGBT, die während der Zeit der Kriminalisierung aufwuchsen, lernten ihre Lektion, dass die Polizei nicht dazu da war, um sie zu schützen. Stattdessen war es die Polizei, die bei homophoben Übergriffen wegschaute, unsere Bars stürmte, uns auf der Straße schikanierte, uns festnahm, unsere Wohnungen durchsuchte, und uns gegenüber unseren Freunden und Familienmitgliedern ohne unser Einverständnis outete.

 

Die Entkriminalisierung sowie die darauffolgenden Antidiskriminierungs-Vorschriften führten seitens der LGBTQ-Gemeinschaft nicht unbedingt zu einem stärkeren Vertrauen in die Polizei. Hassverbrechen und Einschüchterung wurden immer noch nicht umfassend gemeldet, weil die Menschen befürchteten, dass die Polizei nicht daran interessiert ist, die LGBT zu schützen. Man muss der Polizei von Nordirland zu Gute halten, dass sie eingestanden haben, dass bei ihnen noch viel zu tun ist, bevor die Gemeinschaft Vertrauen in die Polizei haben wird, und sie haben einen langen Prozess der Zusammenarbeit eingeleitet, wodurch sich das Vertrauen der LGBT in die Polizei nunmehr erheblich erhöht hat.

 

Um ein besseres Verhältnis zur Gemeinschaft aufzubauen, hat die nordirische Polizei (PSNI) eine Reihe spezifischer Maßnahmen gegen homophobe und transphobe Hassverbrechen umgesetzt. Sie nehmen an Veranstaltungen der Gemeinschaft teil und durch ihre Präsenz vor unseren Bars und Clubs an den Wochenenden ist gewährleistet, dass wir sicher nach Hause kommen. Sie laufen auch bei unseren Pride-Paraden mit. Durch LGBT-Beamte, die sichtbar sind und auf LGBT-Veranstaltungen und deren Räumlichkeiten sowie in Polizeigruppen öffentlich präsent sind, kann nur zu einer Stärkung des Vertrauens der LGBT in die Polizei und deren Rolle führen, die sie übernehmen, wenn es um die Bekämpfung von Verbrechen und Gewalt gegen LGBT geht, die aufgrund der Tatsache ausgeübt wurden, dass diese Leute zur LGBT-Gemeinschaft gehören.

 

 

The relationship between Police, LGBT liaison officers and LGBT anti-violence projects

Hate crimes have a devastating effect on victims and those who fear being a victim of crime. Research carried out by The Rainbow Project in 2009 found that 1/5 LGBT people had been the victim of crime in the previous three years and 64% of homophobic hate crimes were not reported to the police. Among the reasons behind non-reporting of homophobic hate crimes were fears that the Police would not, or could not, do anything about it.

 

Two of the biggest issues impacting on LGBT people are isolation and invisibility. As LGBT people we do not historically come from families where someone else shares our sexual orientation or gender identity. For example as a gay man it is likely you were brought up by heterosexual parents with heterosexual siblings. It is up to LGBT people to self-identify their sexual orientation and gender identity – and in order to be part of this community – they must actively seek out this community on their own volition.

 

As LGBT people and communities have become more visible isolation among LGBT people has reduced. Since decriminalisation LGBT people have been able to openly organise and be visible without retribution under the law or by the state; since employment based discrimination has been outlawed LGBT people have been able to be visible in the workplace and wider society; and since the introduction of hate crime legislation LGBT people have been able to feel safe and become more visible in their homes and in their communities.

 

The criminalisation of gay and bisexual men casts a long shadow in Northern Ireland. Although the laws which sought to lock us up for our relationships were repealed more than 30 years ago, the damage done then is still felt today. It is felt in a lingering distrust of police by the LGBT community. For LGBT people who grew up during the time of criminalisation, they learnt the lesson that the police were not a service built to protect them. Instead, the police were the people who turned a blind eye to homophobic assaults, raided our bars, harassed us in the street, arrested us, searched our homes and outed us to our friends and families members without our consent.

 

Decriminalisation coupled with the suite of anti-discrimination legislation did not necessarily lead to improved confidence in the police by the LGBT community. Hate crimes and intimidation were still underreported because of fears that police were not interested in protecting LGBT people. To their credit, the Police Service of Northern Ireland recognised that they had significant work to do before they would be a trusted service within the community and embarked on a long process of engagement which has significantly increased trust in the police by LGBT people.

 

To create a better relationship with the community the PSNI has developed specific resources on homophobic and transphobic hate crime, they have attended community events, their presence outside our bars and clubs at the weekends ensure that we can get home safely and they march with us in our Pride parades. Having LGBT officers who are visible and having a visible presence in LGBT events, venues and groups of Police can only work to build confidence among LGBT people of policing and its role in tackling the experiences of crime and violence against LGBT people based on the fact that they are LGBT people.