Mona Noriega

Mona Noriega wurde von Bürgermeister Rahm Emanuel 2011 als Leiterin und Beauftragte der Chicagoer Kommission für menschliche Beziehungen (CCHR) ernannt. Die CCHR hat die Aufgabe, die Menschenrechtsverordnung und die Verfügung zu gerechtem Wohnraum in Chicago durchzusetzen. Sie war an der Einrichtung der Arbeitsgruppe Hassverbrechen in Chicago beteiligt und arbeitet als deren Vorsitzende. In der Arbeitsgruppe arbeiten Strafverfolgungsbehörden mit Interessengruppen zusammen. In der jüngsten Zeit half sie als Reaktion auf die Tragödie des Anschlags auf den Nachtclub Pulse bei der Einrichtung des TRUST Collective-Chicago mit, die den Stimmen der Latinos, Moslems und LGBTQ Gehör verschafft, die von Gewalt betroffen sind. Noriega erhielt viele Anerkennungen und wurde vor allem auch 2002 in die Chicagoer LGBT-Halle des Ruhms aufgenommen.

 

Mona Noriega, appointed by Mayor Rahm Emanuel in 2011, serves as Chairman and Commissioner of the Chicago Commission on Human Relations (CCHR).  The CCHR is charged with enforcing the Chicago Human Rights Ordinance and the Chicago Fair Housing Ordinance. She helped organize and chairs the Chicago Hate Crime Task Force which brings together law enforcement and advocacy groups. Most recently, in response to the tragedy of the Pulse Nightclub shootings she helped to establish the TRUST Collective-Chicago which centers the voices of the Latinx, Muslim, and LGBTQ communities impacted by violence.  Noriega received many acknowledgements and most importantly was inducted into the Chicago LGBT Hall of Fame in 2002.

Die Akzeptanz von Homosexualität hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Homosexualität hat ihre Skandalqualität verloren und die Räume zur Entwicklung homosexueller Identität sind größer geworden. Aber es gibt eine zweite Realität: Homosexuelle werden auch in westlich-liberalen Ländern weiterhin diskriminiert und feindselige Einstellungen sind verbreitet und kulturell verankert. Homosexuellenfeindliche An- und Übergriffe sind daher nach wie vor Teil der Lebensrealität homosexueller Männer. Mit dem Erstarken populistischer und fundamentalistischer Strömungen deutet sich ein Absinken der Hemmschwelle für diese Gewalt an, und es besteht kein Grund zu der optimistischen Annahme, dass sich dieser Missstand in der Folge weiterer Emanzipationsschritte „von selbst“ auflösen werde. Gezielte präventive Maßnahmen sind daher erforderlich.

 

Gewaltprävention hat allerdings zwei Voraussetzung: Dies ist zum einen ein differenziertes Bild von dem Umfang und der Struktur und zum anderen ein klares Verständnis der Entstehungsprozesse und Entwicklungsdynamiken ihres Gegenstandes. Prof. Dr. Ohder will mit seinen Arbeiten hierzu einen Beitrag leisten. In seiner 2017 abgeschlossenen Studie beleuchtet er – am Beispiel Berlins - das komplexe Verhältnis von homosexuellenfeindlichen Einstellungen und Gewalt gegen Homosexuelle. Auf der Basis von Statistiken, Akten, Fallsammlungen und Experteninterviews hat er Tatsituationen herausgearbeitet, die markante Verdichtungen innerhalb des breiten Spektrums homosexuellenfeindlicher Straftaten bilden und gute Möglichkeiten zur Entwicklung praxisnaher Präventionsansätze eröffnen.

 

In seinem Vortrag wird er wesentliche Ergebnisse der Studie „Gewalt gegen Homosexuelle – Eine präventionsorientierte Analyse“ vorstellen. Sie ist im Rahmen der „MANEO Empowerment Kampagne“ entstanden.

Acceptance of homosexuality has increased markedly in recent years. Homosexuality is no longer a scandal and the space to develop a homosexual identity has increased. But there is a second reality: even in western-liberal countries, homosexuals are still being discriminated against and hostile attitudes are widespread and part and parcel of culture. Anti-homosexual attacks and abuse are therefore still part of the reality of homosexual men’s lives. The strengthening of populist and fundamentalist trends suggests a lowering of the emotional threshold for this type of violence, and there is no reason to believe optimistically that this abuse will disappear ‘by itself’ as a result of additional emancipatory steps. Targeted preventive measures are therefore required.

 

Violence prevention has two requirements, however: firstly, a differentiated image of its scope and structure, and secondly a clear understanding of the origination processes and development dynamics of its subject matter. Prof. Dr. Ohder’s work aims to contribute to the fulfilment of these requirements. In his study from 2017, he used Berlin as an example to highlight the complex relationship between anti-homosexual attitudes and violence against homosexuals. Using statistics, files, case collections and interviews with experts, he identified crime situations that not only form striking clusters within the wide spectrum of anti-homosexual offences but also open up good opportunities for the development practical approaches to crime prevention.

 

In his speech, he will be presenting key findings from his study entitled “Violence Against Homosexuals – A Prevention-oriented Analysis”, which emerged as part of the MANEO Empowerment Campaign.