Joël Deumier

 

 

Joël Deumier engagiert sich gegen LGBT-Phobie. Er ist Vorsitzender der französischen nationalen Vereinigung „SOS homophobie“, die 1994 gegründet wurde und sich gegen Lesbophobie, Homophobie, Biphobie und Transphobie einsetzt. „SOS homophobie“ hilft und unterstützt Opfer von LGBT-Phobie, beugt LGBT-Phobie an Schulen und am Arbeitsplatz vor und kämpft für die Gleichstellung von LGBT+.

Joël Deumier is an activist against LGBTphobia. He is President of SOS homophobie, French national association against  lesbophobia, gayphobia, biphobia, transphobia, grounded in 1994. SOS homophobie helps and supports victims of LGBTphobia, prevents LGBTphobia at school and at work, advocates equality for LGBT+.

Als ich diese Rede vorbereitete, dachte ich, dass genauso wie für sexuelle Belästigung es auch notwendig wäre, einen Hashtag „metoo“ (ich auch) zu haben. Er würde die Belästigung, Verspottung und Diskriminierung aufzeigen, der LGBT am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Gleichzeitig könnte er heterosexuellen Mitarbeitern und Managern klarmachen, inwieweit dieses Phänomen in ihren Unternehmen besteht und ihnen Anlass geben, endlich Maßnahmen zur Bekämpfung solcher Belästigungen einzuleiten.

 

Bei SOS Homophobie, einer französischen Vereinigung, kämpfen wir seit mehr als 20 Jahren für die Rechte der LGBT. Einer unser Schwerpunkte ist die Präventionsarbeit in der Schule, um die Gewalt und Diskriminierung, der LGBT tagtäglich ausgesetzt sind, stärker bewusst zu machen. Anhand dieser Erfahrungen fassten wir den Beschluss, ein Programm für Unternehmen anzubieten, bei dem wir Vorurteile gegenüber LGBT auseinandernehmen und so dazu beitragen, das Schweigen zu brechen. Wir wissen, dass Homophobie in der Gesellschaft allgemein und in Unternehmen oft als weniger schwerwiegend als Rassismus oder Antisemitismus betrachtet wird. Wir bieten auf den Kunden abgestimmte Workshops für Mitarbeiter in Führungspositionen an.

 

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen haben wir als Schlussfolgerung erkannt, dass innerhalb der Unternehmen Folgemaßnahmen durchgeführt werden sollten, um ein Bündnis zwischen Homo- und Heterosexuellen zu schaffen:

- Es sollten keinerlei homophobe oder transphobe Reden oder Handlungen innerhalb des Unternehmens toleriert werden und dies muss von der Unternehmensleitung ausgehen. Wenn die Unternehmensleitung solche Verhaltensweisen nicht bestraft, macht sie sich zum Komplizen der Belästigungen und ihre LGBT-Mitarbeiter tragen die Konsequenzen.

- Einrichtung der Stelle eines Managers für Vielfalt bzw. einer Vertrauensperson (nicht in der direkten Hierarchie des Arbeitnehmers), an die sich ein Opfer von Homophobie vertrauensvoll wenden kann.

- Förderung der Einrichtung von LGBT-Gruppen innerhalb des Unternehmens

Diese Maßnahmen scheinen langsam Früchte zu tragen. Immer mehr Unternehmen beginnen damit, sich für die Bekämpfung von homophober Belästigung und Diskrimination einzusetzen. Aufrufe an Politiker und Entscheidungsträger im Unternehmensbereich haben sich auch als erfolgreiches Mittel bewährt, um die Sensibilisierung dafür zu stärken, es bleibt jedoch noch viel zu tun. 

 

When preparing this speech I thought that like for sexual harassment a “metoo” hashtag for LGBT people would be needed. It would highlight the harassment, mockery and discrimination LGBT people face in the workplace. At the same time it might also make straight co-workers and managers realise to what extent this phenomena is present in their companies and motivate them to start taking measures to combat this harassment.

 

At SOS homophobie, a French association, we have been fighting for the rights of LGBT people for over 20 years. One of our main focuses is prevention work in schools with the aim of raising awareness about the violence, discrimination that LGBT people face every day. Based on this experience we decided to offer businesses a program in which we would deconstruct stereotypes of LGBT people and thus help break the silence. We know that homophobia in society as a whole and in businesses is often considered less serious than racism or anti-semitism. We offer made-to measure workshops to employees in managing positions.

 

From these interventions we have seen that following measures should be implemented within businesses in order to create a gay-straight alliance:

- no homophobic or transphobic speech or acts should be tolerated within a business and this must come from the top level of management. If the management does not sanction such behavior, they become accomplices to the harassment and their LGBT employees will suffer the consequences.

- creating the post of a diversity manager and/or a person of confidence (not in the direct hierarchy of the employee) a victim of homophobia can confide in.

- encouraging the creation of LGBT groups within the company

These measures seem slowly to bear fruit. More and more companies are initiating efforts to combat homophobic harassment and discrimination. Appeals to politicians and policy makers in the business world have also proved to raise awareness, but much remains to be done.