Hasskriminalität  - eine Herausforderung an die moderne Gesellschaft

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

MANEO – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin lädt zu einer internationalen Fachkonferenz unter dem Motto `Bündnisse schaffen – Ausgrenzung und vorurteilsmotivierte Kriminalität gegen LSBT* verhindern – Gewaltprävention zwischen Selbsthilfe und Professionalität` nach Berlin ein.

 

Hasskriminalität ist in den meisten Fällen eine Form der Gewaltkriminalität. Sie richtet sich gegen Personen, die als „fremd“ oder „anders“ deklariert werden. In ihnen wird eine Gefahr für die eigene Existenz bzw. für die Existenz der eigenen Gruppe gesehen. Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Vielfalt  sind ebenso Faktoren wie Rasse, Religion, ethnische Zugehörigkeit, sozialer Status und körperliche Behinderungen, die als Ursache vordergründig angegeben werden. 

 

Der Hass wird somit lediglich durch die Vorurteile eines meist noch jungen Täters determiniert. Dabei richtet sich Gewalt auch gegen Gegenstände, die bestimmten Gruppierungen oder Eigentümern zugeschrieben werden. Hass in einer andauernden Form endet nicht unbedingt mit dem Tod oder schweren Verletzung des Gegners, sondern kann auch zu langfristigen psychischen Folgen führen. Die Hassideologie wird dabei von Massen gelebt und durch Protagonisten verbreitet. Dadurch ergeben sich Kriminalitätsfelder, die nicht auf eine Gesinnung beschränkbar sind und ein immenses Gefahrenpotential für die Innere Sicherheit in Deutschland und Europa darstellen. Die Straftaten können jeden in der Gesellschaft betreffen. Unabhängig davon, wer das Opfer ist, schaden diese in diskriminierender Absicht begangenen Straftaten jedoch nicht nur der betroffenen Einzelperson; sie richten sich auch gegen das grundlegende Bekenntnis zu unserer Demokratie und zu den Grundrechten der Gleichheit und Nichtdiskriminierung.

 

Um Hasskriminalität entgegenzuwirken, müssen die EU und ihre Mitgliedstaaten die Sichtbarkeit dieser Verbrechen erhöhen und TäterInnen zur Verantwortung ziehen. In zahlreichen Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte werden die Länder verpflichtet, die Vorurteile aufzudecken, die Beweggründe für die Straftaten sind.

Leider liegt das Dunkelfeld für solche Straftaten in Deutschland bei annähernd 90Prozent. VelsPol (Verband LSBTI-Beschäftigter in Polizei, Justiz und Zoll) setzt sich seit Jahren dafür ein, dass diese Kriminalitätsformen in der Polizei- und Justizausbildung explizit angesprochen und in den Lehrplänen der Ausbildung verankert werden.

 

VelsPol sieht in der Konferenz einen wichtigen Schritt in diese Richtung, insbesondere durch den Input und die Vorstellung von Erfahrungen aus anderen Ländern.

 

Wir bitten um Steuerung der Einladung zur MANEO-Konferenz an die nachgeordneten Dienststellen und bitten die Ermöglichung zur Teilnahme interessierter Beamtinnen und Beamten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Tom Ulmer, Bundesvorsitender VeslsPol Deutschland

Marco Klingberg, stv. Bundesvorsitzender VelsPol Deutschland


Hate Crime – A Challenge for Modern Society

 

Ladies and Gentlemen,

 

MANEO – the gay anti-violence project in Berlin is inviting guests to the city to take part in its international conference entitled ‘Building Alliances – Preventing Exclusion and Bias-motivated Crime against LGBT* people – Violence Prevention between Self-help and Professionalism’.

 

Hate crime is in most cases a form of violent crime perpetrated against people who are deemed to be “strange” or “different”. A risk to one’s own existence and/or the existence of one’s own group is seen in them. Sexual orientation and gender diversity are as much as factors as race, religion, ethnic background, social status and physical disabilities, which are mainly given as the cause. 

 

Hate is therefore determined via the prejudice of a generally young perpetrator. Violence also targets objects assigned to particular groups or owners. Persistent hate does not necessarily end in the death of, or serious injury to, the victim but can also lead to long-term psychological consequences. The ideology of hate is lived out by the masses and propagated by protagonists, which results in fields of crime that cannot be reduced to a single attitude and constitute an immense risk potential for domestic security in Germany and Europe. The crimes can affect everyone in society. Regardless of the identity of the victim, these deliberately discriminatory crimes not only harm the individual concerned but are also directed against the underlying belief in our democracy and the fundamental principles of equality and non-discrimination.

 

In order to counteract hate crime, the EU and its member states must increase the visibility of this crime and make perpetrators responsible for their actions. In numerous judgements by the European Court of Human Rights, countries are obliged to uncover the prejudices that are the motivation for these crimes.

Unfortunately, 90 per cent of hate crime in German goes unreported (the ‘dark field’). VelsPol (an association of LGBTI police, legal and customs officers in Germany) has for years been campaigning for these types of crime to be explicitly addressed in police and legal training, and become part and parcel of training curricula.

 

VelsPol sees this conference as a key step in this direction, particularly in the input and presentation of experience from other countries.

 

We ask that subordinate agencies are invited to attend the MANEO conference and that arrangements are made for interested civil servants to take part.

 

Best wishes,

 

Tom Ulmer, National Chairman of VeslPol Germany

Marco Klingberg, Deputy National Chairman of VelsPol Germany