Jim Ritter

James Ritter ist seit 34 Jahren Veteran der Polizeidirektion von Seattle (SPD). Er wurde von der Direktorin Kathleen O’Toole als erster Ansprechpartner der SPD für LGBTQ-Fragen ernannt. Er entwickelte die SPD-Initiative „SICHERER ORT“ und ist mit der internationalen Koordination bei diesem ersten Programm dieser Art beauftragt. Das Programm „SICHERER ORT“ der SPD wurde speziell darauf zugeschnitten, um die öffentliche Sensibilisierung und Unterstützung für Opfer von LGBTQ-feindlichen Hassverbrechen und Bullying unter Studenten zu fördern. Dieses Programm erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der SPD, Unternehmen, gesellschaftlichen LGBTQ-Organisationen, Schulen und anderen Regierungs- und Gemeindeeinrichtungen.

James Ritter is a 34-year veteran of the Seattle Police Department (SPD) and was appointed by Chief Kathleen O’Toole as the SPD’s first full-time LGBTQ liaison. He is the developer and international coordinator of the SPD SAFE PLACE initiative, the first program of its kind. SPD SAFE PLACE was specifically designed to bring public awareness and assistance to the victims of Anti-LGBTQ Hate Crimes and Student Bullying. This program involves the active collaboration between the SPD, Businesses, LGBTQ Social Organizations, Schools, and other Government & Community Components.

Die historische Entwicklung der US-Polizei und der LGBTQ-Gemeinschaften, denen sie dienen, stand oft unter Druck aufgrund der oft kontroversen Interaktionen u. A. mit Minderheitsgruppen im Laufe der Geschichte.  In Seattle lebte die LGBTQ-Bevölkerung der Stadt in den 1940er bis 1960er Jahren im Untergrund. Die Bars und Clubs, die auf diese Klientel ausgerichtet waren, wurden oft von irgendwelchen Streifenpolizisten um Geld „erleichtert“, die auch damit drohten, die hinter den Bars verborgenen Förderer als schwul anzuzeigen. Dieser Druck führte oft dazu, dass Schwulenclubs geschlossen wurden.  In den 1970er bis 1990er Jahren rückten die LGBTQ-Themen nach der sexuellen Revolution in den USA zunehmend in den Mittelpunkt. Dabei kam es u.A. zu Hetzreden im Zuge der AIDS-Krise und zu religiöser Verdammung.

 

Viele Amerikaner änderten ihre Ansichten zu Homosexualität. Dies war auch bei der Polizei der Fall.  Amerikanische Gerichte verboten damals den Einsatz von Tests und Befragungen bei Polizeianwärtern, um deren sexuelle Orientierung zu herauszubekommen. Das führte dazu, dass mehr LGBTQ-Mitglieder den Polizeibehörden beitraten, ohne dass sie wie früher Angst haben mussten. Um das Jahr 2000 herum konnte man viele bekennende schwule und lesbische Polizeibeamte im Dienst sehen.  Diese Dynamik war ähnlich der neuen Entwicklung und letztendlich kulturellen Akzeptanz von Schwarzen bzw. Frauen, die in der Polizei in den zurückliegenden vierzig Jahren gedient hatten.

 

LGBTQ-Polizeibeamte waren in der Polizei von Seattle nichts Neues.  Historisch ging man davon aus, dass die meisten Frauen, die in der Polizei dienten, lesbisch seien, selbst, wenn das nicht der Fall war. Die männlichen Beamten identifizierten sich mit einer Ausnahme in den 1980er Jahren nicht öffentlich als schwul. Diese Situation veränderte sich in den späten 1990er Jahren und Beamte, die sich als LGBTQ identifizierten, wurden in der Kultur der SPD positiv aufgenommen.  2015 stellte die Polizeidirektion Seattle ihren ersten Transgender-Beamten ein, der mit hoher Akzeptanz aufgenommen wurde.

 

Im September 2014 ernannte die Polizeidirektorin von Seattle den Beamten Jim Ritter als erste LGBTQ-Kontaktperson bei der SPD in Vollzeit. Ritter, seit 34 Jahren Veteran der Polizeikräfte, war geouteter Schwuler und engagierte sich voll und ganz für die Arbeit in Projekten mit der Gemeinschaft. Ritter hatte die angespannten Beziehungen zwischen der SPD und der LGBTQ-Gemeinschaft in Seattle in den 1980er Jahren, aber auch die verbesserten Beziehungen in jüngster Zeit hautnah miterlebt. Hassverbrechen gegen die LGBTQ-Gemeinschaft waren immer noch ein ernstes Problem in Seattle, insbesondere die mangelnde Anzeige dieser Verbrechen bei der Polizei. Diese Zurückhaltung lag am historisch begründeten Misstrauen der Polizei, aber auch an der Furcht, in Polizeiberichten zu „geoutet“ zu werden.

 

Im Mai 2015 entwickelte und startete Ritter die Initiative „SICHERER ORT“ der Polizeidirektion Seattle. Dieses Konzept beinhaltete eine aktive Zusammenarbeit zwischen der Polizei, Unternehmen vor Ort, LGBTQ-Gruppen, Schulen und den Medien, um Opfer von Anit-LGBTQ-Verbrechen zu unterstützen. Das Konzept war einfach, wirksam, kostengünstig umzusetzen und leicht verständlich. Die einzige Anforderung für die Teilnahme an der SPD-Initiative „SICHERER ORT“ ist, dass die Unternehmen die Polizei rufen, wenn das Opfer eines Verbrechens ihre Gebäude betritt UND sie müssen dem Opfer den Verbleib in dem Gebäude bis zum Eintreffen der Polizei gestatten. Auf dieses Konzept wurden bald auch andere amerikanische und kanadische Polizeiämter, LGBTQ-Organisationen und die Medien aufmerksam. Dies war die erste von der Polizei finanzierte und umgesetzte Sicherheitsinitiative dieser Art in der Geschichte, bei der die Polizei aktive und engagierte öffentliche Unterstützung für Opfer von Verbrechen gegen die LGBTQ-Gemeinschaft leistete.  Aktuell beteiligen sich mehr als 6 000 Unternehmen an der Initiative „SICHERER ORT“, und 110 Strafverfolgungsbehörden in den USA und Kanada haben dieses Konzept entweder bereits übernommen oder sind dabei, es einzuführen.

 

Der Erfolg der durch die Polizeidirektion Seattle (SPD) umgesetzten Initiative „SICHERER ORT“ lag hauptsächlich an den gemeinsamen Bemühungen der SPD und eines ganzen Netzwerks von Organisationen, Unternehmen, Schulen, großen Unternehmen und den Medien. Genauso wichtig war es, dass dieses Konzept von anderen Strafverfolgungsbehörden begeistert aufgegriffen wurde und LGBTQ-Opfer geschützt wurden, die 2014 in einem Artikel der New York Times ganz oben auf der Liste von Hassverbrechen und deren Häufigkeit standen. Die herausragenden Bemühungen bei der Zusammenarbeit waren für die Seattle-Initiative „SICHERER ORT“ ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Dazu gehörten das gemeinsame, aber auch das persönliche Engagement der Abteilung für Beziehungen zu den Gemeinden im US-Justizministerium (DOJ/CRS), im Büro des US-Generalbundesanwalts für den Westbezirk von Washington, im Büro des Staatsanwalts des King County, des FBI sowie der Abteilung für vorurteilsbedingte Verbrechen der Polizeidirektion Seattle, die alle einen wesentlichen Beitrag leisteten.

 

Knight Sor, ein Schlichtungsexperte der DOJ/CRS in Seattle, war die erste Person, die sich an die SPD wandte und seine Unterstützung anbot, um sicherzustellen, dass die Seattle-Initiative „SICHERER ORT“ der SPD potenziell auf auf nationaler Ebene ein Erfolg sein kann. Knight ist eine unschätzbare Bereicherung für die LGBTQ-Gemeinschaft in Seattle. Die Polizeidirektion von Seattle und ich selbst sind sehr stolz darauf, dass wir mit ihm nach Berlin reisen können, um über unsere gemeinsamen Anstrengungen zu berichten.

The historical evolution of U.S. Police and the LGBTQ communities they serve has frequently been strained due to the often contentious interaction involving minority groups throughout history.  In Seattle, during the 1940’s-60’s, the City’s LGBTQ population was underground.  The bars and clubs that catered to this clientele were often “shaken down” for money by some foot patrolman, who would also threaten to “out” the bars closeted patrons for being gay.  This pressure would often lead to the gay clubs closing down.  In the 1970’s-90’s, following the Sexual Revolution in the U.S., LGBTQ issues began to take center stage, including inflammatory rhetoric involving the AIDs crisis and religious condemnation.

 

Many Americans were changing their views on homosexuality, including the police.  American courts were now prohibiting the use of police polygraphs to inquire about a police applicant’s sexual orientation, and as a result, more LGBTQ applicants were joining the ranks of U.S. police agencies, without the same fear they may have had years prior.  By the year 2000, many gay and lesbian police officers could be seen serving openly.  This dynamic was similar to the novelty, and eventual cultural acceptance of blacks and/or women serving on the police force during the previous forty years.

 

Having LGBTQ officers on the Seattle Police Department was nothing new.  Historically, most of the police women serving as police officers were assumed to be lesbians, even if they were not.  The male officers, for one exception in the 1980’s, were not publicly identifying as gay.  Those dynamics changed by the late 1990’s and officer identifying as LGBTQ were acclimating well within the SPD culture.  In 2015, the Seattle Police Department hired its first Transgender officer, who has received outstanding acceptance.

 

In September of 2014, Seattle Police Chief Kathleen O’Toole appointed Officer Jim Ritter as the SPD’s first full time LGBTQ liaison.  Ritter, a 34 year veteran of the force was openly gay and fully committed to Community Outreach efforts.  Ritter had seen the strained dynamics between the SPD and Seattle’s LGBTQ community in the 1980’s, as well as the improved relations of recent times.  Hate crimes against the LGBTQ community were still a significant problem in Seattle, especially the lack of reporting these crimes to police.  This reluctance was due to historical mistrust of the police, as well as the fear of being “outed” on police reports.

 

In May of 2015, Ritter designed and launched the Seattle Police Department’s SAFE PLACE initiative.  This concept involved active collaboration between the police, local businesses, LGBTQ groups, Schools and the Media to assist the victims of anti-LGBTQ crimes.  The concept was simple, effective, inexpensive to implement and easy to understand.  The only requirements for participation in SPD SAFE PLACE are that businesses must call police  if the victim of a crime enters their premise, AND allow the victim to remain on the premise until police arrive.  This concept soon drew the attention of other U.S. and Canadian police agencies, LGBTQ organizations and the Media.  This police-sponsored, and managed safety initiative was the first of its kind in history were police were openly supporting the LGBTQ community’s crime victims in a pro-active manner.  To date, over 6,000 businesses are participating in SPS SAFE PLACE, as well as 110 law enforcement agencies throughout the U.S and Canada that have either adopted, or in the process of implementing this concept.

 

The success of the Seattle Police Department’s (SPD’s) SAFE PLACE initiative was primarily due to collaborative efforts between the SPD and a network of organizations, businesses, schools, major corporations and the Media.  Equally as important was the enthusiasm that other law enforcement agencies had regarding this concept, and the importance of protecting LGBTQ victims, who, in 2014 were listed in a New York Times article as being on the top of the hate crimes charts for frequency of victimization.  The outstanding efforts in collaboration was also critically valuable in regards to Seattle’s SAFE PLACE initiative, including the collective, and individual efforts of the U.S. Department of Justice-Community Relations Service (DOJ/CRS); the U.S. Attorney’s Office for the Western District of Washington; the King County Prosecutor’s Office,  the FBI, and the Seattle Police Department’s Bias Crimes Unit all played a critical.

 

Knight Sor, a Conciliation Specialist from the DOJ/CRS in Seattle was the first to reach out to the SPD and offer his assistance with assuring the SPD’s SAFE PLACE initiative could potentially be a success on a national scale.  Knight is an invaluable asset to Seattle’s LGBTQ Community, the Seattle Police Department and I am very proud to be travelling with him to Berlin to share our collective efforts.